Mittwoch, 11. August 2010

Eins vorweg: Denkt gar nicht erst dran, zu sagen "Aus dir wird noch eine richtige Hausfrau!" Nein, auch nicht mit ironischem Unterton! Ich lese nicht gern zwischen den Zeilen. Hab es lieber konkret. Also, ganz konkret gesagt: Spart euch den Satz einfach! Dann komme ich vielleicht mal bei euch rum, um Staubzusaugen, oder den Abwasch zu erledigen...

Seit knapp zwei Wochen arbeite ich als Aupair. Wahrscheinlich ist es auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich das Wort "Arbeit" genauso meine, wie seine ursprüngliche Bedeutung es von mir verlangt.
Arbeit, das heißt, das Klingeln des Weckers um 6.30 Uhr zu ignorieren, sich nochmal umzudrehen und bis 7.00 Uhr zu schlafen. Arbeit, das heißt, sich im Standby-Modus an die Sonderwünsche von 3 Kindern hinsichtlich ihres Lunchbox-Inhalts zu erinnern und die Peanutbutter nicht zu weit an den Sandwichrand zu schmieren. Arbeit, das heißt, im Trancezustand (bitte versteht mich nicht falsch, ich nehme keine Drogen, aber es ist noch nichtmal 8.00 Uhr) Geschirrspüler einräumen, Staubsaugen, Betten machen, Wäsche waschen.
Um 10.00 Uhr dann die große Erleichterung: Pause bis 14.30 Uhr. Und das heißt: 4,5 Stunden Schlaf.
Da der "afternoon-tea" und diverse labile, naive, semi-intelligente Wesen, auch "Kinder" oder "Heranwachsende" genannt, nicht lange auf sich warten lassen, liegt es in meiner Hand, einen Snack vorzubereiten und den anderen beim Essen zuzuschauen. Letzteres tue ich aus unwesentlichen Gründen freiwillig. Danach spiele ich seit neustem den Klassenclown und schmeiße mich mit den männlichen und weiblichen Nachkommen in den Dreck und lebe dabei meine eigenes Bedürfnis aus, endlich mal wieder, nach 14 Jahren, "Feuer, Wasser, Sand" zu spielen. Ob ich mal mit aufs Trampolin kann, habe ich mich noch nicht getraut zu fragen.
Da Neuseeland (zum Glück) nicht Deutschland ist, erlebe ich hier jeden Tag, was Freundlichkeit wirklich bedeutet. Diese erspart es mir nämlich mindestens 5 Mal in der Woche, Dinner zu machen. Freunde und Nachbarn kommen tagsüber vorbei und bringen mal Lasagne, mal Chop Suey oder andere Speisen. Meinstens gibt´s dann noch einen Kuchen oder eine Torte oben drauf. Und da sich mein Blog hauptsächlich an die deutsche Leserschaft richtet, bitte ich euch, nicht zu fragen "Und was bekommen die dann dafür?" Denn einige würden vom Stuhl kippen, wenn die Antwort lautet: "Nichts, außer ein 'Thank you' und ein nettes Lächeln."
Nach dem Dinner, wenn alle Arbeit getan ist, freue ich mich auf einen guten Film und das Sofa neben dem Kamin.
Das beste vom Tag ist es aber, bettfertig mein Zimmer zu betreten und die Unordnung zu genießen. Denn wenn man erstmal weiß, was "Ordnung" bedeutet, lernt man das Chaos erst richtig zu schätzen.
Hoffentlich ist es bald Schlafenszeit!

1 Kommentar:

  1. :-D Standbymodus und Trancezustand. Bist Du auch immer so unnormal müde? Ich schlaf jeden Tag fast 11 Stunden...naja, 40 Tage noch bis zum Frühling :P
    Na, das klingt doch gut - dann bin ich also nicht der einzige Hausmann hier :- ) Nur, dass mein Dinner niemand vorbeibringt...
    Welche unwesentlichen Gründe hast Du denn, den Kindern beim Essen zuzusehen^^
    Ja, dann gute Nacht, ist ja fast schon Zeit dafür

    AntwortenLöschen