Montag, 2. August 2010

Me too not!

Der heutige Post ist an all jene gerichtet, die mich gerne mal fragen würden: "Und, wie klappt das so mit dem Englisch?"
Ich würde dann antworten: "Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal klappt es ganz gut -zusammen-, was öfters dazu führt, einen Satz aufgrund fehlender Vokabeln plötzlich abzubrechen. Mein Gesicht könnte man sich, auf der Suche nach dem entscheidenden Wort dann etwa so vorstellen: Der Mund ca. 1 cm geöffnet, ein Mundwinkel (meist der linke) soweit verschoben, dass er auf Höhe des äußeren Endes meiner Iris steht und meine Backenzähne sichtbar werden. Der Kopf leicht schräg gen Himmel geneigt, das linke Auge zusammengekniffen und der Blick ebenfalls diagonal nach oben gerichtet. Die rechte Augenbraue minimal hochgezogen. Ganz zu schweigen von der sonderbaren Gestik, denn ich bin mir nicht sicher, ob meine Handbewegungen denen eines Schwimmers oder eher eines flugunfähigen Vogels gleichen. Tragischerweise passiert es nicht selten, dass mir das verfluchte Wort nach dieser spastischen Prozedur immer noch nicht eingefallen ist. Hilft alles nix! Also, Plan B! In der zweiten Phase versuche ich dann, die Vokabel physisch zu demonstrieren. Das klappt sogar bei "iPod-Verbindungskabel": Unterstützend zu den komplexen verbalen Erläuterungen (z.B. "The white, long thing...") winkelt man die Zeigefinger beider Hände so an, dass sie zusammen mit den Daumen jeweils einen kleinen Kreis ergeben und bewegt die Hände im Intervall zueinander und voneinander weg. Und das alles, um herauszufinden, dass "Kabel" im Englischen "cabel" heißt.

Aber natürlich gibt es auch gute Tage, an denen ich 3 Sätze fließend hintereinander sprechen, und ich am Ende sogar noch über meine eigenen englischen Witze lachen kann. (Falls ich die einzige bin, die lacht, liegt das aber nicht an der Sprache...)
Seit ich bei meiner Gastfamilie wohne, lerne ich jeden Tag neue Wörter. Sei es nach den oben beschriebenen Wortfindungsprozessen, oder einfach nur durchs Zuhören. Ich schnappe alltägliche Wörter und Wendungen ganz nebenbei auf und behalte sie, weil ich sie an anderer Stelle einfach wieder benutze. Viele, die vor ihrem Auslandsjahr aus der Schule kommen, können sich kaum vorstellen, dass man seine Sprachkenntnisse in 12 oder weniger Monaten enorm verbessern kann. Me neither. Aber bereits nach 3 Wochen stelle ich fest, dass Englischlernen wirklich einfach ist und nebenbei noch ein paar wirkungsvolle Gymnastikübungen bereithält."

Go for it!

6 Kommentare:

  1. Danke, du Neu-Berliner! Ich werde dich besuchen kommen!

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  2. hey, hast du's schonmal mit zeichnen probiert! hilft im notfall sicher mehr als sportübungen! :D

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  3. Das ist ne Idee und nur halb so anstrengend ;) Seid ihr schon im neuen Land?

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  4. Das mit den Vokabeln geht mir genauso, aber die Spastik spare ich mir mittlerweile und gehe gleich zu dict.cc und such mir das Wort ;- )
    Aber lustig geschrieben, bist Du noch am surfen oder was ist das für eine Gastfamilie?

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  5. Oh Marlen!
    Das liest sich alles so toll und wenn ich nur halb so schnell spanische Vokabeln lernen könnte.
    Ich hab ja schon Probleme zu sagen, wie alt ich bin :D
    Freue mich schon nächstes Jahr ab und an mal Englisch mit die schnacken zu dürfen...
    hasta luego!

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